Ein Interview mit Bischof Dr. Joachim Wanke
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MiniVollDampf |
Wie ist Ihr vollständiger Name? |
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Bischof |
Joachim Christian Wanke |
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Wie alt sind Sie eigentlich? |
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Bischof |
62 Jahre – geboren am 4. Mai 1941 |
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MiniVollDampf |
Wo sind Sie geboren? |
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Bischof |
Breslau |
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MiniVollDampf |
Wann wurden Sie zum Priester geweiht? |
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Bischof |
1966 |
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MiniVollDampf |
Wann wurden Sie zum Bischof geweiht ? |
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Bischof |
Im November 1980 |
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MiniVollDampf |
Wie viele Geschwister hatten Sie? |
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Bischof |
Noch 4 Geschwister, wir waren zu fünft – 2 leben noch |
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MiniVollDampf |
Gibt es für Sie Vorbilder? |
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Bischof |
Da kann ich besonders Bischof Hugo Aufderbeck nennen, den ich sehr geschätzt und an den ich noch viele Erinnerungen habe. |
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MiniVollDampf |
Was machen Sie in ihrer Freizeit, wenn Sie welche haben? |
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Bischof |
Wandern, Freunde besuchen. Ich bin dann auch gerne im Garten. |
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MiniVollDampf |
Wo verbringen Sie am liebsten ihren Urlaub? |
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Bischof |
Ich fahre immer in Gegenden, die ich noch nicht kenne. Es ist jedes Jahr woanders. Ich fahre immer im deutschsprachigen Raum in den Urlaub. |
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MiniVollDampf |
Was war Ihr schönstes oder beeindruckendstes Abenteuer? |
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Bischof |
Es muss an der Ostsee in einem Hafen gewesen sein, wo ich das erste Mal frei geschwommen bin. Ich bin dann von einer Boje zur nächsten Boje geschwommen. |
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MiniVollDampf |
Waren Sie selber einmal Ministrant? |
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Bischof |
Ja, in Ilmenau. |
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Minivolldmapf |
Waren Sie gerne Ministrant? |
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Bischof |
Ja, wir haben es gerne gemacht. Es war in der kleinen Kirche in Ilmenau. Heute schaue ich immer, ob die Ministranten ihre Aufgabe auch richtig und würdig tun. |
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MiniVollDampf |
Wann und warum haben Sie sich entschieden, Priester zu werden? |
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Bischof |
Es war 1958 in der 11. Klasse, als es um die Berufsentscheidung ging. Wir hatten einen jungen Kaplan in Ilmenau, der für mich das Beispiel eines guten Seelsorgers war und der gute Vorarbeit geleistet hat. Es war damals Kaplan Egenolf. |
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MiniVollDampf |
Wollten Sie schon immer Priester werden oder gab es auch andere Vorstellungen? |
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Bischof |
Mein Bruder war Lehrer – das hätte ich mir auch vorstellen können. |
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MiniVollDampf |
Hatten Sie schon mal Zweifel am Glauben? |
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Bischof |
Ich habe mich gefragt, warum Gott das Leid in der Welt zulässt, besonders auch das Leid unschuldiger Menschen. Gott sei Dank habe ich nie daran gezweifelt, dass es Gott gibt. |
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MiniVollDampf |
Wie sind Sie damit umgegangen? |
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Bischof |
Ich habe mich gefragt, ob Gott wirklich so ist. Ich bin darüber tiefer ins Nachdenken gekommen, was der Glaube sagen will, und ich habe mich nicht mit oberflächlichen Antworten zufrieden gegeben. |
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MiniVollDampf |
Wie raten Sie jungen Menschen damit umzugehen? |
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Bischof |
Geduldig und nicht ängstlich! Es ist wichtig, sich den Zweifel einzugestehen und nicht dabei stehen zu bleiben. Ein weiteres ist selbstkritisch damit umzugehen und sich besser zu informieren. |
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MiniVollDampf |
Wie sind Sie Bischof geworden? |
| Bischof |
Joachim Meißner wurde Bischof in Berlin. Er war damals schon Weihbischof in Erfurt gewesen. Bischof Aufderbeck, mein Vorgänger, war damals schon sehr krank, er hat mich dann vorgeschlagen, und so wurde ich Bischof. |
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| MiniVollDampf |
Was gefällt Ihnen an ihrem Bistum? |
| Bischof |
1. Es ist schön, dass es ein katholisches Gebiet gibt und Diasporagebiete.
2. Es gefällt mir, dass es ein sehr schönes Land ist mit dem Thüringer Wald, aber auch dem Eichsfeld, und natürlich haben wir auch einen schönen Domberg.
3. Der totale Wechsel vom Kommunismus zu einer freiheitlichen Gesellschaft. |
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| MiniVollDampf |
Was macht Ihnen Sorgen im Bistum? |
| Bischof |
Dass manche Leute so locker mit dem Sonntag umgehen. Mir macht Sorge, dass wir nicht genügend Priester haben und die Gemeinden kleiner werden. Sorgen bereitet auch die hohe Zahl der Ehescheidungen, wo Kinder dann nicht mehr wissen, wo sie hingehören und so ihr Vertrauen gebrochen wird. |
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| MiniVollDampf |
Was macht Ihnen Sorgen in der Welt? |
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Bischof |
Besonders wichtig ist mir die soziale Gerechtigkeit, denn ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden geben. Dazu gehört es auch, den Hunger in der Welt einzudämmen. Ein weiteres ist, dass die großen technischen Möglichkeiten, die es gibt, menschlich gestaltet werden, d. h. nicht zum Verderb des Menschen. Der Erfindergeist soll zum Nutzen des Menschen eingesetzt werden. |
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| MiniVollDampf |
Was halten Sie von den modernen Medien? |
| Bischof |
Vernünftig gebrauchen und sie beherrschen, aber sich nicht davon beherrschen lassen. |
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| MiniVollDampf |
Was halten Sie konkret vom Internet? |
| Bischof |
Ich benutze einen PC und das Internet. Es ist sehr praktisch, dass es das gibt. Im Internet schaue ich nach Nachrichten, suche nach Neuerscheinungen im Bereich der Literatur, benutze gerne mal den Zugfahrplan und rufe mal schnell einen Text ab. |
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| MiniVollDampf |
Was bedeuten Ihnen die Ministranten in ihrem Bistum? |
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Bischof |
Die Ministranten gestalten die Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass das Gotteslob würdig gestaltet ist. Ministranten sind eine lebendige Gruppe in der Gemeinde. Der Ministrantendienst führt zu Christus und zu einem tieferen Verständnis, ja zu einer Freundschaft mit ihm. |
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| MiniVollDampf |
Was wünschen Sie allen Ministranten? |
| Bischof |
Ich wünsche den Ministranten viel Freude an der Liturgie der Kirche, dass der Gottesdienst in guter Weise
gestaltet wird und dass jeder Ministrant ein ganzer Christ wird. Damit meine ich, dass sie entdecken, dass Christsein reich macht
und dass sie bereit und fähig sind, Auskunft über ihren Glauben zu geben. Es freut mich, wenn ältere Ministranten
auch bereit sind, die Jüngeren anzuleiten. |
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